Projektleiter Ausgrabungen

Marco Bernasconi, Präsidialdepartement
  • Name: Marco Bernasconi
  • Beruf: Archäologe
  • Funktion: Projektleiter Ausgrabungen
  • Departement und Dienststelle: Präsidialdepartement, Abteilung Kultur, Archäologische Bodenforschung
  • Beim Kanton seit: 2010

Wie sieht ein typischer Arbeitstag für Sie aus?

Zu meiner Arbeit gehören die Untersuchungen an Fundorten und deren Dokumentation. Je nach Grösse der Grabung arbeite ich als Grabungsleiter in einem kleineren oder grösseren Team. Anhand von Recherchen in Quellen und Archiven versuche ich dann unsere Funde historisch einzuordnen. Bei der Tagesplanung braucht es Flexibilität, vor allem, wenn unerwartet Funde auf Baustellen gemeldet werden. Um Bauverzögerungen zu verhindern, besichtigen wir dann sofort die Baustelle. Ein anderer wichtiger Teil ist die Vermittlung zwischen unserer archäologischen Arbeit und der Bevölkerung: Statt unsere Funde in einem Museum zu präsentieren, laden wir die Bevölkerung ein, uns direkt bei der Arbeit über die Schultern zu schauen. Dazu gehören Führungen und Tagungen für Schulklassen und Spezialisten und das Publizieren von Artikeln und Berichten.  

nach oben

Welche Anforderungen muss man für die Ausübung Ihrer Aufgaben erfüllen?

Für diese Stelle braucht es ein abgeschlossenes Studium in Archäologie und Wissen über die ganze Zeitspanne der Basler Geschichte. 

nach oben

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit am besten und was fordert Sie am meisten?

Mir gefällt die Abwechslung. Von der eigentlichen Feldarbeit über die Archivarbeit, das Publizieren bis zur Vermittlung habe ich ein breites Aufgabenspektrum. Dies alles unter einen Hut zu bringen, ist die Herausforderung. Da im Idealfall die Funde und Befunde im Boden am besten aufgehoben sind, graben wir nicht gezielt nach Funden, sondern beschränken uns auf Rettungsgrabungen, die durch Bauvorhaben ausgelöst werden. Dabei sollen die Befunde wissenschaftlich erfasst und schliesslich aufgearbeitet werden.

nach oben

Weshalb haben Sie sich für den Arbeitgeber Basel-Stadt entschieden?

Stellen für Archäologen sind nicht sehr häufig und darum begehrt. Umso glücklicher bin ich, dass ich zum Team der Archäologischen Bodenforschung gehöre. Basel bietet uns zudem teilweise drei Meter Kulturschichten und Funde aus 50 000 Jahren Menschheitsgeschichte – für Archäologen eine einzigartige Situation. Der Arbeitgeber Basel-Stadt ist zudem sehr kinderfreundlich. Ich habe zwei Kinder und kann in Teilzeit arbeiten und dabei auch als Projektleiter Führungsaufgaben übernehmen.

nach oben

Welche Talente können Sie in Ihrer Funktion besonders gut einfliessen lassen?

Schon im Studium habe ich mich mit 3-D-Computervisualisierungen auseinandergesetzt, die man vor allem aus der Architekturplanung kennt. In meiner Arbeit nutze ich diese Kenntnisse dazu, vergangene räumliche Gegebenheiten zu rekonstruieren. So erhalten wir ein dreidimensionales Bild davon, wie es früher ausgesehen haben könnte.

nach oben